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   4.02.17 02:29
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Dreckige Sünderin

Wenn uns heutzutage das Wort "Sünde" über den wegläuft, entfährt uns meist nicht viel mehr als ein müdes Lächeln ob dieses kirchlichen und religiösen Verbrechens.
Längst haben wir die fürchterliche 7 Todessünden, nämlich Hochmut, Habsucht, Wollust, Zorn, Völlerei, Neid und Faulheit, als schlechte, aber vom Menschen untrennbare, Charakterzüge akzeptiert. Kein Grund mehr, deswegen ein übermäßig schlechtes Gewissen zu haben, oder uns auf das Fegefeuer im Himmel vorzubereiten.
Wobei - wenn ich so darüber nachdenke..

Jedenfalls haben wir heute ein anderes Wort für unsere Sünde, ein anderes Wort für die unbarmherzige Kirche gefunden. Ich kann euch für die Sünde kein ähnlich schönklingenes Wort bieten, aber die damalige Kirche ist heute unsere Gesellschaft und die damit verbundenen Zwänge, moralischen Ansichten und Wertvorstellungen.
Sicherlich gibt es noch genug gläubige Menschen auf der Welt, die sich diese und jene Regel zu Herzen nehmen und gute Menschen sein wollen, oder sollen - da aber ich persönlich nicht mit so vielen religiösen Leuten konfrontiert werde und erst recht nie, dass sich jemand als Sünder fühlt, kann ich sagen, dass ich vollkommen vergessen habe, worauf ich hinaus wollte. Da sieht man's, wenn man einen Gedanken hat, aber einen neuen davor schiebt um dann wieder auf den Alten zurück zu greifen.. ich hab wirklich zu wenig geschlafen.
Jedenfalls, zwar gibt es noch genug gläubige Menschen auf der Erde, aber längst hat die Kirche und die Sünden ihre alte Macht verloren - Gott sei Dank, möchte man dem hinzufügen.
Aber natürlich hat der Mensch deswegen nicht aufgehört, sich wegen Fehlern seinerseits schlecht zu fühlen, oder besser, andere Menschen haben nicht aufgehört, andere für jene Fehler anzukreiden und immernoch mit dem Finger auf sie zu zeigen. In diesem Punkt hat sich wohl nichts verändert, nur, dass wir glücklicherweise nicht mehr auf dem Scheiterhaufen landen, sondern nur noch auf dem Stuhl. Da kann man ja beruhigt sein.
Aber ganz schlecht sprechen will ich diese Ankreiderei auch nicht - schließlich hat es einen Sinn, andere auf ihre Fehler hinzuweisen - aber auf berechtige Fehler.
Nicht umsonst habe ich meine Überschrift so gewählt, wiei ch gerade bemerke.
Natürlich ist Morden eine unverzeihliche Straftat, die nicht so leicht abgetan werden sollte und für die es sinnvoll ist, Strafen einzuführen, um die restliche Bevölkerung zu schützen und hier kommt das große Aber.
Unsere heutige Gesellschaft. Eine verkommene, dreckige, sündige und gleichzeitig so widerlich scheinheilige Institution, wie sie es schon immer war.
Sie bedarf nicht der Unterstützung ihrer spitzzüngiger Bischöfe, um gewisse Leute bis aufs Tiefste zu verurteilen. Sie wälzt sich selber, um sich des alten Vokabulars zu bedienen, im größten Sündenpfuhl, aber erlaubt es sich trotzdem, die anderen mit Galle zu bespucken.
Es ist offensichtlich scheinbar vollkommen egal, wenn wir uns im emanzipierten, aufgeklärten, vernünftigen 21. Jahrhundert unseres Lebens erfüllen - die Menschen haben sich trotz den großen wissenschaftlichen Errungenschaften kein Stück verbessert (und an dieser Stelle könnte man sich fragen, ob wir nicht viel zu rückständige für solche Leistungen seien und ob uns unsere eigenen Kreaturen mal überlegen sein werden und mit einem halbentschuldigendem, halbentrüstendem Gesichtsausdruck die Schädel zerquetscht, angemessen wäre es wohl, aber das ist eine andere Sache), immernoch beschimpfen sie die Frau von nebenan, die etwas häufiger Besuch von vielen verschiedenen Männern empfängt.
Darüber kann ich eigentlich nur den Kopfschütteln. Wenn man Lust hätte, könnte man so ein Verhalten wohl mit den Urinstinkten erklären, die wohl dafür sorgen sollte, dass ihre Gemeinschaft als eine Einheit zusammenblieb und solch eine frevelhafte Person diese nicht gefährdete - aber genau so gut könnte man auf die, von der Kirche und den "Anstandsmenschen" seit Jahrhunderten eingeprügelte, moralischen Ansichten kommen. Und wenn Letzteres zuträfe, wäre es äußerst bedauerlich, dass wir uns immernoch nicht von dieser hirnrissigen Scheiße lösen konnten.
Natürlich will ich nicht den Teufel an die Wand malen und ausnahmlos die ganze Gesellschaft als das ultimative Böse anprangern, wobei das zweifellos einer meiner liebsten Beschäftigungen ist und ich wohl mal wieder zu sehr der Polemik verfalle, natürlich gibt es genug Menschen, die das Gegenteil und vorallem Toleranz und Aufgeschloßenheit zu beweisen. Mich zum Beispiel. (An dieser Stelle dürft ihr lachen.)
Ich kann nur hoffen, dass diese letzten Relikte einer kümmerlichen Zeit für das Individiuum und den freien Geist so bald wie möglich aus den Köpfen verschwinden.
Ich brauche schließlich auch meine Utopie.
25.9.08 16:44
 


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